Definition
Ein Cache ist ein Zwischenspeicher, der bereits geladene Daten temporär speichert, um wiederholte Zugriffe auf dieselben Inhalte zu beschleunigen. Im Web-Kontext existieren mehrere Cache-Ebenen: der Browser-Cache auf dem Endgerät des Nutzers, der Server-Cache auf dem Webserver und der CDN-Cache auf geografisch verteilten Edge-Servern.
Bedeutung
Caching ist einer der wirksamsten Hebel zur Verbesserung der Website-Performance. Eine schnellere Ladezeit wirkt sich direkt auf Core Web Vitals, die Nutzererfahrung und die Suchmaschinen-Rankings aus. Ohne Caching muss der Server bei jedem Seitenaufruf alle Daten neu berechnen und ausliefern — bei datenbankgestützten Systemen wie WordPress kann das die Antwortzeit um den Faktor 10 oder mehr verlangsamen.
Funktionsweise
Beim ersten Besuch einer Webseite lädt der Browser alle Ressourcen vom Server und speichert sie lokal im Browser-Cache. Bei einem erneuten Besuch prüft der Browser über HTTP-Header, ob sich die Dateien geändert haben. Falls nicht, verwendet er die lokale Kopie. Auf Server-Ebene generieren Caching-Systeme statische HTML-Versionen dynamischer Seiten und liefern diese direkt aus, ohne die Datenbank bei jedem Aufruf abzufragen.
Praxisbeispiel
Eine WordPress-Website ohne Caching benötigt bei jedem Seitenaufruf 200–500ms für Datenbankabfragen. Nach Aktivierung eines Server-Caches sinkt die Serverantwortzeit auf unter 50ms. In Kombination mit einem CDN-Cache wird die Seite zusätzlich von Edge-Servern in der geografischen Nähe des Besuchers ausgeliefert.
Verwandte Begriffe
- Content Delivery Network (CDN): Ein geografisch verteiltes Netzwerk von Servern, das gecachte Inhalte vom nächstgelegenen Standort ausliefert.
- Core Web Vitals: Googles Performance-Metriken, bei denen Caching insbesondere den TTFB und LCP verbessert.
- Edge Caching: Inhalte werden direkt an den Netzwerk-Randpunkten zwischengespeichert.
- Time to First Byte (TTFB): Die Zeitspanne zwischen Anfrage und Empfang des ersten Datenbytes — durch Server-Caching drastisch reduziert.