Definition
Der Dynamikumfang (engl. Dynamic Range) beschreibt die Spanne zwischen den hellsten und dunkelsten Bildbereichen, die ein Kamerasensor in einer einzigen Belichtung erfassen kann. Er wird in Blendenstufen (Stops) gemessen. Moderne Kinokameras erreichen 13 bis 16 Stops, Consumer-Kameras typischerweise 10 bis 12 Stops.
Bedeutung
Ein großer Dynamikumfang ist in der Videoproduktion entscheidend, um Details in Lichtern und Schatten gleichzeitig zu erhalten. Besonders bei Außendrehs mit Gegenlicht oder kontraststarken Szenen verhindert ein hoher Dynamikumfang, dass helle Bereiche ausbrennen oder dunkle Bereiche absaufen. In der Postproduktion ermöglicht ein größerer Dynamikumfang mehr Spielraum bei der Belichtungskorrektur.
Funktionsweise
Der Dynamikumfang wird durch die Architektur des Bildsensors bestimmt. Größere Pixel (bei größeren Sensoren) können mehr Licht sammeln, bevor sie überlaufen. Log-Profile (S-Log, V-Log) komprimieren den Dynamikumfang in ein flacheres Bild, um mehr Informationen in den Lichtern und Schatten zu bewahren. Diese flachen Bilder werden anschließend in der Farbkorrektur (Color Grading) normalisiert.
Praxisbeispiel
Bei einem Außendreh steht eine Person vor einem hellen Fenster. Eine Kamera mit 10 Stops Dynamikumfang muss sich entscheiden: entweder das Gesicht korrekt belichten (Fenster brennt aus) oder das Fenster korrekt belichten (Gesicht wird dunkel). Eine Kamera mit 14 Stops erfasst beides in einer Belichtung, und die finale Abstimmung erfolgt in der Postproduktion.