jQuery ist eine 2006 von John Resig veröffentlichte JavaScript-Bibliothek, die die Interaktion mit dem DOM (Document Object Model), die Behandlung von Events und die Kommunikation mit Servern über eine kompakte, browserübergreifende API vereinfacht.
Bedeutung
jQuery löste das zentrale Problem der Webentwicklung in den 2000er-Jahren: inkonsistente Browser-APIs. Die Bibliothek abstrahierte Unterschiede zwischen Internet Explorer, Firefox und Chrome und wurde zum De-facto-Standard. Laut W3Techs läuft jQuery 2024 noch auf über 75 % aller Websites — hauptsächlich über CMS wie WordPress, das jQuery bis Version 5.x als Abhängigkeit mitliefert. In Neuprojekten wird jQuery jedoch zunehmend durch natives JavaScript (Vanilla JS) und spezialisierte Frameworks ersetzt.
Funktionsweise
jQuery stellt die globale Funktion $() bereit, die DOM-Elemente über CSS-Selektoren auswählt und eine Kette von Methoden darauf anwendet (Method Chaining). $(‚.button‘).fadeIn(300).addClass(‚active‘) selektiert alle Elemente mit der Klasse button, blendet sie ein und fügt eine CSS-Klasse hinzu. Für serverseitige Kommunikation bietet jQuery die Methode $.ajax(), die asynchrone HTTP-Requests abstrahiert. Die minifizierte Bibliothek ist ca. 85 KB groß.
Praxisbeispiel
Ein WordPress-basiertes Unternehmensportal nutzt jQuery für die Navigation und Formularvalidierung. Beim Relaunch wird die jQuery-Abhängigkeit durch natives JavaScript und die Fetch API ersetzt. Die Seitenladezeit verbessert sich um 400ms, da der 85-KB-jQuery-Download und das Parser-Blocking entfallen.