Definition
Keyframes (Schlüsselbilder) sind Markierungen in einer Video- oder Animations-Timeline, die einen bestimmten Parameterwert zu einem definierten Zeitpunkt festlegen. Zwischen zwei Keyframes interpoliert die Software den Übergang automatisch. Keyframes steuern Eigenschaften wie Position, Größe, Deckkraft, Farbe oder Audioparameter.
Bedeutung
Keyframes sind das Grundprinzip jeder Animation und Bewegungssteuerung in der Postproduktion. Ohne Keyframes wären Zoom-Effekte, Positionsänderungen, Farbübergänge und Audiopegel-Automatisierungen nicht möglich. Sie bilden die Basis von Motion Graphics, Compositing und komplexen Schnittprojekten in Software wie Adobe Premiere Pro, After Effects oder DaVinci Resolve.
Funktionsweise
Ein Keyframe speichert den exakten Wert eines Parameters an einem bestimmten Punkt der Timeline. Zwischen zwei Keyframes berechnet die Software die Zwischenwerte (Interpolation). Lineare Interpolation erzeugt gleichmäßige Übergänge, Bezier-Interpolation ermöglicht Beschleunigungen und Verlangsamungen (Ease In/Ease Out). Die Interpolationskurve lässt sich manuell anpassen, um natürliche Bewegungen zu simulieren.
Praxisbeispiel
In einem Social-Media-Video wird ein Texteinblendung animiert: Keyframe 1 setzt die Deckkraft auf 0% und die Position 50 Pixel unterhalb der Zielposition. Keyframe 2, eine halbe Sekunde später, setzt Deckkraft auf 100% und die Position auf den Zielwert. Die Software interpoliert dazwischen und erzeugt eine sanfte Einblendung mit Aufwärtsbewegung.