ND-Filter (Graufilter)

ND-Filter reduzieren den Lichteinfall neutral, ohne Farben zu verändern, und ermöglichen offene Blenden bei hellem Umgebungslicht.

Definition

Ein ND-Filter (Neutral Density Filter, auch Graufilter) ist ein optisches Element, das die Lichtmenge reduziert, die durch das Objektiv auf den Sensor trifft. Die Reduzierung erfolgt gleichmäßig über das gesamte Farbspektrum, sodass die Farbwiedergabe unverändert bleibt. ND-Filter werden in Stufen gemessen: ND2 halbiert das Licht (1 Stop), ND64 reduziert es auf 1/64 (6 Stops).

Bedeutung

ND-Filter sind in der Videoproduktion unverzichtbar, weil Verschlusszeit und Framerate typischerweise fixiert sind (180-Grad-Regel). An hellen Drehtagen würde eine offene Blende (z.B. f/2.8 für Bokeh) ohne ND-Filter zu Überbelichtung führen. Der Filter ermöglicht es, die gewünschte Blende unabhängig von den Lichtverhältnissen beizubehalten.

Funktionsweise

ND-Filter bestehen aus beschichtetem oder getöntem Glas, das einen definierten Anteil des einfallenden Lichts absorbiert. Feste ND-Filter bieten eine konstante Reduzierung (z.B. 3 Stops). Variable ND-Filter bestehen aus zwei drehbar gelagerten Polfiltern, deren Verdunkelungswirkung stufenlos von minimal bis maximal eingestellt werden kann. Professionelle Kinokameras (z.B. Sony FX6, Canon C70) besitzen integrierte elektronische ND-Filter, die über einen Drehregler stufenlos gesteuert werden.

Praxisbeispiel

Bei einem Außendreh an einem sonnigen Tag möchte das Team mit Blende f/2.0 filmen, um den Hintergrund unscharf zu halten. Ohne ND-Filter wäre das Bild bei 1/50 Verschlusszeit und ISO 100 massiv überbelichtet. Ein ND64-Filter (6 Stops) reduziert das Licht auf ein handhabbares Niveau und ermöglicht den gewünschten Look trotz Sonnenschein.