Definition
Digitales Rauschen (engl. Digital Noise) bezeichnet zufällige Helligkeits- und Farbabweichungen in einem Bild, die nicht vom Motiv stammen. Man unterscheidet Luminanzrauschen (Helligkeitskörnung) und Chrominanzrauschen (Farbflecken). Rauschen tritt primär bei hohen ISO-Werten, langen Belichtungszeiten und kleinen Sensorgrößen auf.
Bedeutung
Rauschen reduziert die wahrgenommene Bildqualität und kann in der Postproduktion nur begrenzt entfernt werden. Die Rauschleistung eines Kamerasystems ist ein entscheidendes Qualitätskriterium für Low-Light-Drehs. Moderne KI-basierte Entrauschungstools (z.B. DaVinci Resolve, Topaz Video AI) können Rauschen effektiver entfernen als traditionelle Methoden, allerdings auf Kosten von Rechenzeit.
Funktionsweise
Jeder Bildsensor erzeugt ein Grundrauschen (Dunkelstromrauschen), das bei der elektronischen Verstärkung (ISO-Anhebung) mit verstärkt wird. Größere Pixel (bei größeren Sensoren) sammeln mehr Photonen pro Belichtung und haben ein besseres Signal-Rausch-Verhältnis. In der Postproduktion analysieren Entrauschungsalgorithmen die Differenz zwischen dem Nutzsignal und dem zufälligen Rauschen und versuchen, Letzteres zu reduzieren, ohne Details zu verlieren.
Praxisbeispiel
Bei einem Eventdreh in einer schwach beleuchteten Location wird ISO 6400 benötigt. Eine Vollformatkamera liefert bei diesem Wert noch brauchbare Ergebnisse mit moderatem Luminanzrauschen. In DaVinci Resolve wird anschließend temporales Entrauschen angewendet, das mehrere aufeinanderfolgende Frames analysiert und das Rauschen statistisch herausrechnet.