Definition
Die Sensorgröße bezeichnet die physischen Abmessungen des lichtempfindlichen Chips in einer digitalen Kamera. Gängige Sensorformate sind Vollformat (36x24mm), APS-C (ca. 23x15mm) und Micro Four Thirds (MFT, 17.3x13mm). Größere Sensoren erfassen bei gleicher Auflösung mehr Licht pro Pixel und bieten Vorteile bei Bildqualität, Schärfentiefe und Rauschverhalten.
Bedeutung
Die Sensorgröße ist ein entscheidender Faktor bei der Kamerawahl für Videoproduktionen. Vollformatsensoren liefern geringere Schärfentiefe (cinematischer Look), besseres Low-Light-Verhalten und höheren Dynamikumfang. Kleinere Sensoren bieten kompaktere Gehäuse und geringeres Gewicht. Der Crop-Faktor des Sensors beeinflusst die effektive Brennweite aller Objektive.
Funktionsweise
Ein größerer Sensor verteilt die gleiche Menge an Pixeln auf eine größere Fläche. Jedes Pixel ist physisch größer und kann mehr Photonen einfangen, was das Signal-Rausch-Verhältnis verbessert. Der Crop-Faktor beschreibt das Verhältnis zum Vollformat: APS-C hat einen Crop von ca. 1.5x, MFT von 2x. Ein 50mm-Objektiv an einem APS-C-Sensor liefert den Bildausschnitt eines 75mm-Objektivs am Vollformat. Die Schärfentiefe wird ebenfalls beeinflusst: Kleinere Sensoren erzeugen bei gleicher Blende und gleichem Bildausschnitt mehr Schärfentiefe.
Praxisbeispiel
Ein Produktionsteam vergleicht zwei Kameras für Interview-Setups: Eine Vollformatkamera (Sony A7IV) und eine MFT-Kamera (Panasonic GH6). Bei Blende f/2.8 und einem 50mm-Äquivalent liefert die Vollformatkamera deutlich geringere Schärfentiefe und einen weicheren Hintergrund. Die MFT-Kamera benötigt f/1.4, um einen vergleichbaren Look zu erzielen.