Definition
Server-Side Tracking ist eine Methode der Datenerfassung, bei der Nutzerinteraktionen auf einer Website nicht direkt im Browser des Nutzers (Client), sondern über einen zwischengeschalteten Server an Analyse- und Werbeplattformen übermittelt werden. Diese Architektur verlagert die Verarbeitung von Tracking-Skripten von der Endgeräte-Ebene auf eine serverseitige Infrastruktur.
Bedeutung
Die Relevanz dieser Technologie steigt durch zunehmende Restriktionen bei der clientseitigen Datenerfassung, wie etwa die Intelligent Tracking Prevention (ITP) von Apple oder den Einsatz von Ad-Blockern. Durch die serverseitige Verarbeitung erhalten Website-Betreiber eine höhere Kontrolle über den Datenfluss und können die Datenintegrität gewährleisten. Zudem reduziert sich die Menge der im Browser auszuführenden Skripte, was die Ladezeiten (Performance) der Website messbar verringert.
Funktionsweise
Beim herkömmlichen Client-Side Tracking sendet der Browser des Nutzers Daten direkt an Drittanbieter (Third-Party-Dienste wie Google Analytics). Beim Server-Side Tracking wird stattdessen ein eigener Tracking-Server (oft als Tagging-Server bezeichnet) als Proxy (Vermittler) zwischen dem Nutzer und dem Drittanbieter eingerichtet. Der Browser sendet einen einzigen Datenstrom (First-Party-Daten) an diesen Server. Dort werden die eingehenden HTTP-Anfragen (das Standard-Kommunikationsprotokoll des Webs) verarbeitet, gefiltert oder anonymisiert. Erst im Anschluss leitet der Server die aufbereiteten Daten an die jeweiligen Endpunkte der Analyse- und Werbesysteme weiter.
Praxisbeispiel
Ein E-Commerce-Unternehmen nutzt einen serverseitigen Google Tag Manager, um Kaufabschlüsse an verschiedene Werbenetzwerke zu übermitteln. Anstatt die Conversion-Pixel (Zählbausteine der Werbenetzwerke) im Browser des Käufers zu laden, sendet der Webshop die Transaktionsdaten an den eigenen Cloud-Server. Dieser Server entfernt personenbezogene Daten wie IP-Adressen aus dem Datenpaket und leitet die bereinigten Kaufinformationen an die Netzwerke weiter, wodurch Datenschutzvorgaben technisch durchgesetzt werden.
Verwandte Begriffe
- First-Party-Data: Daten, die ein Unternehmen direkt von seinen eigenen Nutzern erhebt und die beim serverseitigen Tracking im eigenen Server-Umfeld verarbeitet werden.