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Teil1 Blog WooCommerce 11.2: Was sich bei den Widerrufs-Mails ändert WooCommerce 11.2: Was sich bei den Widerrufs-Mails ändert

Strategie 11 Minuten

WooCommerce 11.2: Was sich bei den Widerrufs-Mails ändert

✦ EXECUTIVE SUMMARY teil1.com

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit WooCommerce 11.2 stellen Sie die beiden Widerrufs-Mails unter WooCommerce → Einstellungen → E-Mails selbst ein.
  • Die Mail an den Shop kann jetzt an ein Postfach Ihrer Wahl gehen. Die Bestätigung an die Kundschaft lassen Sie eingeschaltet, weil das Gesetz in Deutschland und Österreich sie verlangt.
  • Am Widerrufsformular und an seiner Beschriftung ändert 11.2 nichts.
  • Die übrigen Änderungen betreffen die meisten Shops im Alltag kaum. Wer Gutscheine kombiniert, Produkte per CSV importiert oder eigenen Code nutzt, sollte genauer hinsehen.
Relevanz: HOCH

Stand: 6. Oktober 2026

Mit WooCommerce 11.2 können Sie die beiden Mails einstellen, die bei einem Widerruf verschickt werden: die Bestätigung an Ihre Kundschaft und die Nachricht an Ihren Shop. Wichtig sind dabei zwei Handgriffe. Für die Mail an den Shop tragen Sie ein Postfach ein, das jemand regelmäßig liest. Die Bestätigung an die Kundschaft bleibt eingeschaltet.

Wer im September die Widerrufsfunktion aus WooCommerce 11.1 eingeschaltet hat, etwa mit unserer Anleitung zum Widerrufsbutton in WooCommerce, bekommt bald den Hinweis auf das Update. Am 5. Oktober 2026 hat WooCommerce die letzte Testfassung von 11.2 veröffentlicht. Die fertige Version ist für die Woche ab 6. Oktober 2026 angekündigt. Bis dahin bleibt 11.1.2 die aktuelle Version.

Wie liefen die Widerrufs-Mails bisher?

WooCommerce 11.1 (Release 01.09.2026) hat die Widerrufsfunktion eingeführt. Sie ist ab Werk ausgeschaltet und wird unter WooCommerce → Einstellungen → Erweitert → Funktionen aktiviert. Danach steht unter /mein-konto/withdraw-order/ ein Formular bereit, das auch Gäste nutzen können.

Bei jedem Widerruf verschickt WooCommerce zwei Mails. In 11.1 tauchten diese beiden Mails aber nicht in der Liste der WooCommerce-Mails auf. Deshalb konnten Sie weder Betreff noch Text ändern. Die Nachricht an den Shop ging immer an die Administrator-Adresse, die in WordPress unter Einstellungen → Allgemein hinterlegt ist. Zusätzlich erschien ein Hinweis in der Inbox, also in der Hinweisliste auf der WooCommerce-Startseite im Backend. Diesen Hinweis gab es allerdings nur, wenn Bestellnummer und Rechnungs-E-Mail zu einer Bestellung passten.

Was Sie in 11.2 an den Mails einstellen können

In 11.2 stehen die Widerrufs-Mails dort, wo auch alle anderen Shop-Mails stehen: unter WooCommerce → Einstellungen → E-Mails. Sie erscheinen, sobald die Widerrufsfunktion eingeschaltet ist, und beide sind ab Werk aktiv. In der deutschen Testfassung heißt die Kundenmail „Widerrufserklärung zu einer Bestellung eingegangen“. Die Mail an den Shop trug dort am 5. Oktober 2026 noch den englischen Namen „Order withdrawal request“.

WooCommerce-E-Mail-Liste: „Widerrufserklärung zu einer Bestellung eingegangen“ ist aktiv und geht an den Kunden, „Order withdrawal request“ ist aktiv und geht an die Administrator-Adresse.
Die beiden Widerrufs-Mails unter WooCommerce → Einstellungen → E-Mails.

Jede der beiden Mails hat ein Häkchen zum Aktivieren und die Felder Betreff, Überschrift, zusätzlicher Inhalt und E-Mail-Typ, also das Format der Mail. Die Mail an den Shop hat außerdem das Feld „Empfänger“. Dort steht ab Werk die Administrator-Adresse. Sie können stattdessen Ihr Service-Postfach eintragen oder mehrere Adressen, getrennt durch Kommas.

Die Kundenmail bestätigt zuerst, dass der Widerruf eingegangen ist. Danach nennt sie Datum und Uhrzeit, Name, E-Mail-Adresse, Bestellnummer und was widerrufen wird, also die ganze Bestellung oder einzelne Artikel. Darunter steht der zusätzliche Inhalt. Dieses Feld nutzen Sie am besten, um zu erklären, wie es weitergeht. Schreiben Sie zum Beispiel hinein, an welche Adresse die Kundschaft die Ware zurückschickt und wen sie bei Fragen erreicht.

Wie die Mail aussieht, zeigt eine Vorschau. Soll die Mail darüber hinaus anders aussehen, kann Ihre Agentur sie jetzt genauso anpassen wie die übrigen Shop-Mails.

Welche Mail Sie nicht abschalten sollten

Mit dem Häkchen lässt sich auch die Bestätigung an die Kundschaft abschalten. Genau diese Bestätigung ist aber Pflicht. In Deutschland verlangt § 356a BGB seit 19. Juni 2026, dass der Shop einen Widerruf über die Website ohne Verzögerung bestätigt, und zwar so, dass die Kundschaft die Bestätigung aufbewahren kann. Eine E-Mail erfüllt das. In der Bestätigung stehen, was widerrufen wurde, sowie Datum und Uhrzeit. In Österreich stellt § 13a FAGG dieselbe Anforderung, und zwar für Verträge, die ab 1. Oktober 2026 geschlossen werden. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zum Widerrufsbutton in Österreich.

Auch die Mail an den Shop bleibt besser eingeschaltet. Den Hinweis in der Inbox gibt es weiterhin nur, wenn WooCommerce die Anfrage einer Bestellung zuordnen kann. Vertippt sich jemand bei der Bestellnummer oder der E-Mail-Adresse, erfahren Sie von dem Widerruf nur über diese Mail.

Was in der Mail an den Shop steht

Die Nachricht an den Shop sagt, ob WooCommerce die Anfrage einer Bestellung zuordnen konnte. Wenn ja, legt WooCommerce eine Notiz an der Bestellung an, und die Mail enthält einen Link dorthin. Wenn nein, entsteht keine Notiz, und Sie suchen die Bestellung selbst.

Ist die Bestellung älter als 14 Tage, enthält die Mail einen englischen Hinweis, dass nur Bestellungen innerhalb von 14 Tagen nach der Lieferung widerrufen werden können. WooCommerce zählt dabei allerdings ab dem Bestelldatum. Die Widerrufsfrist beginnt bei Waren nach unserer Einschätzung in der Regel erst, wenn die Ware bei der Kundschaft ankommt. Prüfen Sie deshalb das Lieferdatum, bevor Sie eine Anfrage ablehnen. Im Zweifel klärt das Ihre Kanzlei.

Die Anfrage selbst ändert nichts an der Bestellung. Sie storniert nichts, erstattet nichts und setzt keinen neuen Status. Das erledigen Sie selbst in der Bestellung, nachdem Sie die Anfrage geprüft haben.

Was 11.2 am Widerrufsbutton nicht ändert

Am Formular selbst ändert 11.2 nichts. Release Notes und Changelog nennen dazu keine Neuerung, nur eine technische Korrektur im Hintergrund. In 11.1 hieß der letzte Knopf im deutschen Formular „Widerruf absenden“. Das Gesetz nennt für diesen Schritt „Widerruf bestätigen“ oder eine ebenso eindeutige Beschriftung.

Außerdem setzt WooCommerce weiterhin keinen Button in Ihren Shop, der zum Formular führt, auch keinen Link im Footer, also im Fußbereich jeder Seite. Für beides haben wir ein eigenes, kostenloses Plugin entwickelt: „Widerrufsbutton Beschriftung für WooCommerce“. Es ändert die Beschriftung auf „Widerruf bestätigen“ und setzt den Button in den Footer oder per Shortcode an eine Stelle Ihrer Wahl. Sie erhalten es über unsere Anleitung zum Einrichten.

Was sich sonst in WooCommerce 11.2 ändert

Neben den Widerrufs-Mails bringt 11.2 viele kleinere Änderungen. Die meisten bemerken Sie im Alltag kaum. Einige betreffen aber den Import, die Gutscheine und das Backend:

  • Produkt-Import per CSV: Jedes Produkt hat eine interne ID und meist eine Artikelnummer (SKU). Fehlen beide in der Importdatei, erkennt der Import vorhandene Produkte jetzt auch an GTIN, EAN, UPC oder ISBN, also an der Nummer unter dem Strichcode. Passt keine dieser Nummern, überspringt der Import die Zeile, statt ein neues Produkt anzulegen. Außerdem räumt WooCommerce nach dem Import nicht mehr im ganzen Shop auf.
  • Gutscheine: Wenn Sie mehrere Gutscheine nacheinander anrechnen lassen und diese die gleiche Priorität haben, rechnet WooCommerce sie jetzt in der Reihenfolge, in der die Kundschaft sie einlöst. Dadurch können sich Summen ändern.
  • Benachrichtigung bei Lieferbarkeit: Diese Funktion ist noch experimentell und ab Werk aus. Sie lässt Kund:innen eine Mail anfordern, sobald ein Produkt wieder lieferbar ist. In 11.2 sehen und kündigen sie ihre Anmeldungen in einem eigenen Bereich im Kundenkonto. Dessen Adresse ändern Sie unter WooCommerce → Einstellungen → Erweitert → Kontoendpunkte, ein leeres Feld blendet ihn aus. Meldet sich ein Gast an, legt WooCommerce dafür kein Kundenkonto mehr an.
  • Checkout: Zusätzliche Felder im Checkout können jetzt Datumsfelder mit Kalender sein, etwa für einen Wunschliefertermin, auch mit frühestem und spätestem Datum. Dafür braucht es Entwickler:innen oder ein Plugin, das diese Möglichkeit nutzt. Die Prüfung der Postleitzahlen ist im ganzen Checkout vereinheitlicht.
  • Warenkorb und Gestaltung: In den Warenkorb- und Kassen-Blöcken hat die Bestellübersicht eine feste Breite von 360 Pixel. Der Mini-Cart, also der kleine Warenkorb im Seitenkopf, hat neue Standardbeschriftungen. Im Block-Editor lassen sich Produktbild, Mengenfeld und Chips (die kleinen Auswahlfelder, etwa in Filtern) mit Rahmen, Farben und runden Ecken gestalten. Die Produktfilter können beim Scrollen sichtbar bleiben und sich als eigenes Fenster öffnen, wahlweise nie, nur auf dem Handy oder immer.
  • Produkte und Bestellungen: Für Varianten gibt es eine Sammelaktion, die Angebotspreise aus den regulären Preisen setzt. Auf der Produktseite stehen Oberkategorien jetzt vor Unterkategorien. In der Bestellbearbeitung lehnt WooCommerce negative Mengen ab, und die Produktauswahl öffnet sich direkt. Bei der Zahlungsart einer Bestellung steht statt „N/A“ jetzt „All methods available“, also alle Zahlungsarten verfügbar.
  • Analysen: Der Kundenbericht zeigt die Rolle und die Telefonnummern, auch im CSV-Export. Der Steuerbericht zeigt den steuerpflichtigen Betrag je Steuersatz. Per Mail verschickte Exporte nennen den Zeitraum. Erstattungen für Bestellungen, die nie bezahlt wurden, zählen in Umsatzberichten nach Zahlungs- oder Abschlussdatum nicht mehr als Rückerstattung. Das gilt für Daten, die ab dem Update erfasst werden.
  • Backend: Das Aktivitäts-Panel am oberen Rand der WooCommerce-Seiten fällt weg. Die Inbox mit den Widerrufs-Hinweisen bleibt auf der WooCommerce-Startseite. Aufgaben in der Liste „Things to do next“ lassen sich einzeln überspringen.
  • Erweiterungen von WooCommerce.com: Unter „My Subscriptions“ schalten Sie automatische Updates je Erweiterung ein oder aus. Updates, die WooCommerce.com als kritisch markiert, kann WooCommerce automatisch installieren, wenn das Paket es zulässt. Auf der Plugin-Seite erscheint ein Hinweis, wenn eine Lizenz fehlt oder ausläuft.
  • Schweiz: Der WIR-Franken (CHW) steht neu in der Liste der Shop-Währungen.
  • Entfernt: Zwei experimentelle Funktionen sind weg, die Wiederherstellung abgebrochener Warenkörbe und die Agentic-Checkout-Schnittstelle. Aus der Bibliothek der Muster, also der fertigen Seitenbausteine, fallen 20 WooCommerce-Muster. Die Kategorie heißt jetzt „Shop“.
  • Geschwindigkeit: Abfragen in den Analysen, beim Produktimport und beim Speichern von Produkten laufen an mehreren Stellen schneller.

Wie Sie das Update angehen

Spielen Sie 11.2 zuerst in einer Testumgebung ein, also in einer Kopie Ihres Shops, die keine echten Bestellungen annimmt. Nutzt Ihr Shop eigenen Code oder angepasste Erweiterungen, bitten Sie Ihre Agentur, das Update vorher zu prüfen. Nach dem Update tragen Sie den Empfänger der Shop-Mail ein und schicken einen Test-Widerruf ab. Kommen beide Mails an, ist der Widerruf für 11.2 eingerichtet.

Häufige Fragen

Was jetzt

01

Prüfen

Testen Sie nach dem Update mit unserem kostenlosen Widerrufsbutton-Check und der Checkliste Widerrufsbutton prüfen: 12 Checks bis zur E-Mail.

02

Umsetzen

Button und Beschriftung richten Sie mit unserer Anleitung zum Widerrufsbutton in WooCommerce ein.

03

Weiterlesen

Für Shops mit Kundschaft in Österreich: Widerrufsbutton in Österreich.

Quellen

  1. WooCommerce, 21.09.2026: WooCommerce 11.2.0 Pre-Release Notes
  2. WooCommerce auf GitHub, 28.09. und 05.10.2026: Changelog 11.2.0-beta.2 und 11.2.0-rc.1 (readme.txt, Branch release/11.2)
  3. WooCommerce auf GitHub: Pull Request #67799 „Add configurable order withdrawal emails“
  4. WooCommerce auf GitHub: Issue #68205
  5. WooCommerce-Dokumentation, 11.09.2026: Customer Order Withdrawal
  6. Deutschland: § 356a BGB
  7. Österreich: BGBl. I Nr. 59/2026 (§ 13a FAGG), Einordnung in unserem Beitrag Widerrufsbutton in Österreich

Dieser Beitrag beschreibt die technische Umsetzung. Er stellt keine Rechtsberatung dar. Konsultieren Sie im Zweifelsfall eine kompetente Rechtsberatung, um die Umsetzung für Ihren Shop zu verifizieren.

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